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Kreistag beschließt neue Sporthalle für Detlefsen-Gymnasium

Am Ende fiel die Entscheidung deutlicher aus als die Debatte vermuten ließ: Mit großer Mehrheit aus den Fraktionen von CDU, SPD und Piraten hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung die Baupläne für die neue Sporthalle des Detlefsengymnasiums genehmigt. 6,8 Millionen Euro will der Kreis investieren. Baubeginn soll im Sommer 2017 sein. Deutliche Kritik an dem Bauvorhaben kam von FDP, Grünen und Bürgerliste Steinburg.

Für Tobias Rückerl (FDP) ist die geplante Halle überdimensioniert. Angesichts von zu erwartenden sinkenden Schülerzahlen in den kommenden Jahrzehnten gehen die Pläne „völlig am Bedarf vorbei“.
Für Christine von Bargen (Grüne) ist der Neubau ein „nicht überlegtes Millionengeschenk“ an die Glückstädter, das angesichts anderer Bauprojekte im Kreis „nicht erforderlich“ gewesen sei. Auch Sven Baumann (Bürgerliste Steinburg) verwies auf die zahlreichen anderen Projekte und prognostizierte, dass die Millionen für die Glückstädter Sporthalle an anderer Stelle fehlen würden.

Die Schulleitung begrüßte die Kreistagsentscheidung. Es sei eine „vernünftige Lösung“ gefunden worden, sagte Direktor Hartmut Appel gegenüber unserer Zeitung.  

Liberale nominieren ihre Landtagskandidaten

Die Freien Demokraten haben auf ihrer Wahlkreismitgliederversammlung zur Landtagswahl 2017 Stefan Goronczy für den Wahlkreis Steinburg-West und Thomas Wudtke für Steinburg-Ost nominiert. Goronczy tritt zudem im November für einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste an. Kreisvorsitzender Willi Göttsche begrüßte zur Kandidatenwahl auch Parteifreunde aus Hohenwestedt und Hademarschen, da die benachbarten Gemeinden aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde auch zum Wahlkreis Steinburg-West gehören.

Göttsche stellte mit Blick auf das Ergebnis der zurückliegenden Abgeordnetenhauswahl in Berlin fest, dass die Zeiten für Freie Demokraten wieder besser würden. Stefan Goronczy merkte dazu an, dass die FDP „eine sinnvolle Alternative für diejenigen, die ihre Unzufriedenheit gegenüber der Politik der großen Koalition konstruktiv ausdrücken wollen“, sei. Zielsetzung: wirkliche Veränderungen herbeiführen, auch in der Flüchtlingspolitik – nicht zuletzt durch ein wirksames Einwanderungsgesetz. Auf Landesebene kritisierte Goronczy eine „verfehlte Regierungspolitik“, die sich nicht nur im ablehnenden Beschluss zum HVV-Beitritt des Kreises Steinburg, sondern auch im Debakel um den Weiterbau der A20 zeige. Auch den Verfall der Landesstraßen, die mangelnden Vorsorge vor drohenden Schulschließungen im ländlichen Raum, einen ungerechten Finanzausgleich für die Kommunen und Mehrauflagen in der Landwirtschaft nannte er. Die unzureichende Finanzierung der Kindertagesstätten ist Goronczy ein weiterer Dorn im Auge. Anstatt die Qualität frühkindlicher Bildung zu stärken, unternehme die Landesregierung mit dem Elternzuschuss für U3-Kinder einen „Bestechungsversuch“. Davon profitierten weder die Eltern mit niedrigeren Einkommen, da sie den Zuschuss nicht erhielten, noch werde etwas für eine bessere Betreuungsqualität unternommen.

Der Kandidat für Steinburg-Ost, Thomas Wudtke. stellte die Anwohner-Straßenbaubeiträge in den Mittelpunkt seiner Kritik. Denn im Gegensatz zur schwarz-gelben Vorgängerregierung werde den Kommunen nicht die Wahl gelassen, wie stark die Bürger beitragen sollen. Zum HVV-Beitritt meinte Wudtke, dass der Vorschlag der Itzehoer SPD, die Kommunen sollten den vollen Zuschuss tragen, „unsäglich“ sei. Vielmehr werde die Eintracht in den Kommunen torpediert. Goronczy hielt dazu fest, dass die Kommunen nicht überfordert werden dürfen und das ÖPNV-Gesetz eindeutig sei: Das Land trägt die Kosten des Schienenpersonennahverkehrs.

Bei den Abstimmungen wurde Stefan Goronczy einstimmig mit einer Enthaltung und Thomas Wudtke mit 91 Prozent bei zwei Gegenstimmen gewählt.  

Quelle: Norddeutsche Rundschau

FDP: Nordtarif nur eine Nebelkerze

Kritik der Liberalen an den Äußerungen der SPD-Spitze zum abgelehnten HVV-Beitritt und der von ihnen angekündigten Alternative

 

„Ich halte das für Ignoranz, teilweise Arroganz.“ Die Replik des FDP-Kreistagsabgeordneten Stefan Goronczy zu den Äußerungen der SPD-Spitze Birgit Herdejürgen, Rudolf Riep und Karin Thissen ist eindeutig. Im Interview mit unserer Zeitung hatten die Sozialdemokraten die Beweggründe ihres Votums gegen den HVV-Beitritt des Kreises Steinburg erläutert. „Da wollte Frau Herdejürgen wohl ihr Aktivierungsverhalten begründen. Aber entweder haben die Drei es dabei mit der Wahrheit nicht so genau genommen oder sie wissen es nicht besser.“

Es klinge so, als ob die Idee des HVV-Beitritts nur von einer Splitterpartei stamme. Die Piraten hätten lediglich den Antrag am schnellsten gestellt. „Wir haben noch auf die Signale aus den Kommunen gewartet, aber wir wären auch als Antragsteller aktiv geworden.“ Zudem verweist Goronczy darauf, dass er seit nunmehr zehn Jahren für dieses Projekt kämpfe. Die CDU ist in der Folge auf den Zug aufgesprungen, und selbst die SPD habe den Antrag im Steinburger Kreistag mitgetragen. Auch aus diesem Grund kann Goronczy das Verhalten von Rudolf Riep nicht nachvollziehen.

Ignoranz wirft er Birgit Herdejürgen vor, die sich im Vorfeld zum HVV-Beitritt nicht eindeutig positioniert habe. Und ignorant sei es auch, wenn die Landesregierung die Entscheidung des Kreistags nicht einmal zur Beratung im Ausschuss weitergebe. Das Thema sei nach einstündiger Diskussion im Landtag abgebügelt worden, wie der FDP-Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky bestätigt. „Wird das dem Engagement der Kommunalpolitiker gerecht?“, fragt Goronczy und liefert gleich selbst die Antwort: „Meiner Meinung nach nicht.“ Der von Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ins Spiel gebrachte Nordtarif überzeugt die Liberalen nicht. Selbst wenn sich da eine Alternative auftäte – bis ein solcher Nordtarif stünde, hätte der Kreis Steinburg im Hamburger Verkehrsverbund integriert sein können. Schon in 2017 hätte der nützliche Ticket-Effekt für Pendler in die Hansestadt umgesetzt werden können.

Im Falle eines Regierungswechsels bei den Landtagswahlen im nächsten Jahr zugunsten von CDU, FDP und Piraten, würde der Beschluss gekippt werden, ist sich Goronczy sicher. Dann komme das HVV-Ticket 2018/2019. Die Perspektiven dafür sieht Kumbartzky für durchaus positiv, zumal der Hamburger Senat auf Anfrage bestätigt hätte, dass Schleswig-Holstein im HVV herzlich willkommen sei – was auch darin deutlich werde, dass sich die HVV-Tarifbereiche längst auch auf den Kreis Segeberg ausgeweitet haben. Den angekündigten Nordtarif hält Kumbartzky für nicht mehr als eine Nebelkerze. Zumal, wie Goronczy hinzufügt, Minister Meyer nicht einmal in der Lage sei, die Vorzüge des Nordtarifs konkret zu benennen.

Für die Kreis-FDP unterstreicht Stefan Goronczy, dass nicht allein der Nutzen für die Pendler beim HVV-Beitritt eine große Rolle spiele, es gelte, die Infrastruktur Steinburgs und Anbindung an die Metropolregion Hamburg zu stärken. Das sei auch im Verbund mit dem A20-Bau zu sehen. Es führe zu einer Steigerung der Attraktivität für Unternehmen, für die wiederum Gewerbeflächen im Kreis angeboten werden. Dafür, so fügt der FDP-Kreisvorsitzende Willi Göttsche hinzu, müsse der Kreis noch nacharbeiten – um festzustellen, welche Gewerbeflächen tatsächlich zur Verfügung stünden. Wichtiges Stichwort zur Attraktivitätssteigerung: Breitbandversorgung – flächendeckend.

Doch das wird nicht allein Thema im Landtagswahlkampf der FDP im Kreis Steinburg sein, betonte Stefan Goronczy, der sich vorgenommen hat, für die Liberalen anzutreten. Noch in diesem Monat wird die Steinburger FDP ihre Landtagskandidaten aufstellen: Stefan Goronczy für den Bezirk Steinburg-West und Thomas Wuttke für Steinburg-Ost. Goronczy will sich für einen vorderen Listenplatz bewerben. Thematisch liegt ihm der Bereich Schule und Bildung am Herzen. Kritik übt er in diesem Zusammenhang daran, dass es im Kreis Steinburg kein G-9-Gymnasium mehr gibt. Dadurch hätten Schüler und Eltern keine Wahlmöglichkeit mehr – und auch die Zukunft mancher Gemeinschaftsschule sieht er in Gefahr. So wie es den Krempern erging, wo immenses Geld der Gemeinde in den Ausbau geflossen sei und heute eine Investitionsruine stehe.

Zudem müsse die Sicherheit der Menschen verstärkt in den Mittelpunkt rücken. Der Rückzug der Polizei aus den Orten hält Goronczy für einen Fehler. Er plädiert für deutlich sichtbarere Präsenz der Ordnungshüter.

Und einen falschen Maßstab halten die Liberalen der Landesregierung auch vor, wenn es um die Haushaltslage geht. Der Sanierungsstau im Land sei nichts anderes als eine verdeckte Neuverschuldung, die kommende Generationen belaste. Die FDP fordere daher die Einführung der Doppik für den Haushalt des Landes. So wie sie in den Kommunen angewandt wird, um Landesvermögen ermitteln und bewerten zu können. Transparenz sei dabei das Stichwort. 

Quelle: Norddeutsche Rundschau

„Zuzug ist eine Chance für die Region“ - Steinburger FDP fordert eine Genossenschaft, die Wohnungen für Flüchtlinge errichtet

Die Integration von Flüchtlingen verbessern – durch vereinfachten Zugang zur Arbeitswelt, aber auch durch den Neubau von Wohnungen. Dies fordern der FDP-Fraktionsvorsitzende Willi Göttsche und sein Stellvertreter Stefan Goronczy. Dabei verfolgen die Liberalen aus dem Kreis Steinburg eine besondere Idee: Sie möchten neuen Wohnraum über eine privat-wirtschaftliche Genossenschaft schaffen. Mit der Zeichnung von Geschäftsanteilen könnten sich Steinburger an dem Projekt beteiligen. In den politischen Gremien fand die FDP noch nicht die notwendige Unterstützung, doch die Freien Demokraten hoffen weiter auf eine Realisierung. „Zuzug ist auch eine Chance für die Region und eine Wirtschaftsförderung“, sagt Göttsche. Allerdings nur, wenn es gelänge, die Flüchtlinge in der Region zu halten. Ein weiterer Baustein neben der Integration in den Arbeitsmarkt ist für die Kreis-FDP die Gründung einer Genossenschaft. Diese könnte Wohnungen für bestimmte Gruppen errichten, zum Beispiel Senioren, jungen Menschen oder auch Flüchtlinge. In den dann freiwerdenden Wohnungen könnten wiederum auch Flüchtlinge einziehen. „Auf jeden Fall muss eine Gettobildung verhindert werden“, sagt Stefan Goronczy, dies erschwere die Integration. Die Steinburger könnten mit der Zeichnung von Geschäftsanteilen an der Baugenossenschaft ihr „bürgerschaftliches Engagement“ zeigen und so gleichzeitig die Genossenschaft mit dem notwendigen Eigenkapital ausstatten. Dass dies gelingen kann, davon isst Willi Göttsche, der selbst 27 Jahre lang in führender Position bei einer Genossenschaftsbank gearbeitet hat, überzeugt. Für Göttsche und Goronczy ist die Hilfe für Flüchtlinge aber mehr als wirtschaftliche Chance für die Region. Sie ist Menschenpflicht. „Deutschland und die deutsche Politik werden dem Standard, den wir für nötig halten, nicht gerecht“, betont Göttsche. Es schaudere ihm, wenn sich Innenminister de Maizière und die SPD auf die Schulter klopfen, weil keine Flüchtlinge mehr kommen.“ Und schade sei es, dass Europa sich nicht selbst helfen könne, sondern sich in Abhängigkeit von der Türkei begebe, sagt Stefan Goronczy. Deutschland und auch Schleswig-Holstein müssten so aufgestellt werden, dass Integration auch geschafft werden könne. Dies auch, damit erst gar keine Stimmung gegen Flüchtlinge aufkomme. Und falls der Flüchtlingsstrom wieder anschwelle, weil es nach Schließung der Balkanroute neue Wege nach Deutschland gebe, müsse auch das Land darauf eingestellt sein, fordert der Liberale. Zur besseren Integration der Flüchtlinge müsse auch über die Verteilung auf die Kommunen neu nachgedacht werden. Noch vor der Einwohnerzahl, die bisher allein als Kriterium gelte, müsse die Integrationsfähigkeit der Gemeinden und Städte relevant sein. „Wir fordern den Landrat daher auf, dies in einem konstruktiven Dialog mit den Kommunen zu berücksichtigen.“ Das heißt, dass Itzehoe heute unter den aktuellen Bedingungen mit der Nicht-Inbetriebnahme der Landesunterkunft sicher mehr aufnehmen könne, die Dörfer aufgefordert blieben weiter aufzunehmen und für Glückstadt nicht unberücksichtigt bleiben dürfe, dass dort eine qualifizierte Erstaufnahmeeinrichtung etabliert werde. Integration heißt für die FDP auch, einen einfacheren Weg in die Arbeitswelt für Flüchtlinge schaffen, die ausländische Mädchen und Jungen in Schulen und Kindergärten so zu verteilen, dass es keine Gruppenbildung gibt und sie die deutsche Sprache besser lernen.

Die Integration von Flüchtlingen verbessern – durch vereinfachten Zugang zur Arbeitswelt, aber auch durch den Neubau von Wohnungen. Dies fordern der FDP-Fraktionsvorsitzende Willi Göttsche und sein Stellvertreter Stefan Goronczy. Dabei verfolgen die Liberalen aus dem Kreis Steinburg eine besondere Idee: Sie möchten neuen Wohnraum über eine privat-wirtschaftliche Genossenschaft schaffen. Mit der Zeichnung von Geschäftsanteilen könnten sich Steinburger an dem Projekt beteiligen. In den politischen Gremien fand die FDP noch nicht die notwendige Unterstützung, doch die Freien Demokraten hoffen weiter auf eine Realisierung.

„Zuzug ist auch eine Chance für die Region und eine Wirtschaftsförderung“, sagt Göttsche. Allerdings nur, wenn es gelänge, die Flüchtlinge in der Region zu halten. Ein weiterer Baustein neben der Integration in den Arbeitsmarkt ist für die Kreis-FDP die Gründung einer Genossenschaft. Diese könnte Wohnungen für bestimmte Gruppen errichten, zum Beispiel Senioren, jungen Menschen oder auch Flüchtlinge. In den dann freiwerdenden Wohnungen könnten wiederum auch Flüchtlinge einziehen. „Auf jeden Fall muss eine Gettobildung verhindert werden“, sagt Stefan Goronczy, dies erschwere die Integration. Die Steinburger könnten mit der Zeichnung von Geschäftsanteilen an der Baugenossenschaft ihr „bürgerschaftliches Engagement“ zeigen und so gleichzeitig die Genossenschaft mit dem notwendigen Eigenkapital ausstatten. Dass dies gelingen kann, davon isst Willi Göttsche, der selbst 27 Jahre lang in führender Position bei einer Genossenschaftsbank gearbeitet hat, überzeugt.

Für Göttsche und Goronczy ist die Hilfe für Flüchtlinge aber mehr als wirtschaftliche Chance für die Region. Sie ist Menschenpflicht. „Deutschland und die deutsche Politik werden dem Standard, den wir für nötig halten, nicht gerecht“, betont Göttsche. Es schaudere ihm, wenn sich Innenminister de Maizière und die SPD auf die Schulter klopfen, weil keine Flüchtlinge mehr kommen.“ Und schade sei es, dass Europa sich nicht selbst helfen könne, sondern sich in Abhängigkeit von der Türkei begebe, sagt Stefan Goronczy.

Deutschland und auch Schleswig-Holstein müssten so aufgestellt werden, dass Integration auch geschafft werden könne. Dies auch, damit erst gar keine Stimmung gegen Flüchtlinge aufkomme. Und falls der Flüchtlingsstrom wieder anschwelle, weil es nach Schließung der Balkanroute neue Wege nach Deutschland gebe, müsse auch das Land darauf eingestellt sein, fordert der Liberale.

Zur besseren Integration der Flüchtlinge müsse auch über die Verteilung auf die Kommunen neu nachgedacht werden. Noch vor der Einwohnerzahl, die bisher allein als Kriterium gelte, müsse die Integrationsfähigkeit der Gemeinden und Städte relevant sein. „Wir fordern den Landrat daher auf, dies in einem konstruktiven Dialog mit den Kommunen zu berücksichtigen.“ Das heißt, dass Itzehoe heute unter den aktuellen Bedingungen mit der Nicht-Inbetriebnahme der Landesunterkunft sicher mehr aufnehmen könne, die Dörfer aufgefordert blieben weiter aufzunehmen und für Glückstadt nicht unberücksichtigt bleiben dürfe, dass dort eine qualifizierte Erstaufnahmeeinrichtung etabliert werde.

Integration heißt für die FDP auch, einen einfacheren Weg in die Arbeitswelt für Flüchtlinge schaffen, die ausländische Mädchen und Jungen in Schulen und Kindergärten so zu verteilen, dass es keine Gruppenbildung gibt und sie die deutsche Sprache besser lernen.  

Quelle: Norddeutsche Rundschau

FDP-Fraktion zieht Antrag zurück

Eigentlich hatte unter Tagesordnungspunkt sieben im Kreistag über die Gründung und Beteiligung an einer Wohnungsbaugesellschaft beraten werden sollen.

Doch der Antragsteller, die FDP-Fraktion, zog zurück. Denn, so Fraktionsvorsitzender Willi Göttsche, im Kreistag habe der Antrag so eigentlich gar nichts zu suchen gehabt.
Die Idee und der Wunsch seien 2015 ausgelöst durch den Zustrom der Flüchtlinge entstanden. Allerdings sei es nie um eine Gesellschaft, sondern vielmehr um eine Genossenschaft gegangen, betonte Göttsche. „Wir wollten das Thema nie im Kreistag diskutieren, sondern erst einmal im kleinen Kreis sondieren.“

Wäre das Thema im Kreistag auf der Tagesordnung, hätte es einen Beschluss gegeben und „dann wäre Schluss“. Das Ziel sei keine öffentliche Gesellschaft des Kreises zu gründen.

Vielmehr sollten Bürger und Kommunen ein Genossenschaftsmodell umsetzen. „Wenn wir das Problem der Integration lösen wollen, ist es auch wichtig, Wohnraum zu schaffen. Wenn unsere Unternehmen Flüchtlinge ausbilden, müssen wir die Möglichkeit schaffen, dass wir diese dann auch hier im Kreis halten können“, so Göttsche. Das sei auch ein Stück Wirtschaftsförderung.

Dieses Thema jetzt zu entscheiden, sei die Zeit nicht reif. Deshalb habe die FDP den Antrag von der Tagesordnung genommen.  

Quelle: Norddeutsche Rundschau

HVV-Beitritt: FDP macht Druck

Die Steinburger FDP-Fraktion fordert alle Parteien im Kreis auf, sich jeweils in ihren Landesparteien für den HVV-Beitritt Steinburgs einzusetzen. „Die Freien Demokraten sehen zwar CDU und Piraten auf einem guten Weg, andere müssten sich bei ihren Landesoberen aber noch Gehör verschaffen“, heißt es dazu Richtung SPD und Grüne in einer Pressemitteilung der Liberalen. Angesichts der erneuten Weigerung von Verkehrsminister Reinhard Meyer, den Beitritt zu unterstützen, sieht der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Goronczy die Kreis-SPD in der Pflicht. „Die Landesregierung soll ihnen erklären, warum Steinburger Pendler unverhältnismäßig mehr bezahlen müssen als Segeberger oder Stormarner.“

Der HVV-Beitritt sei zudem wichtig, um den Kreis für Neubürger attraktiver zu machen. Die aus Zuzügen resultierenden Steuermehreinnahmen würden die Kosten eines Beitritts übertreffen. „Dann ist auch die Rechnung für das Land am Ende positiv“, meint Goronczy. Als „nicht zielführend“ bezeichnet Goronczy allerdings Äußerungen des CDU-Landtagsangeordneten Hans-Jörn Arp, dass die Beschlüsse zu Kostenbeiträgen von Städten und Gemeinden „ehrenvoll, aber nicht zielführend“ wären.
Falsch sei Arps Behauptung, die anderen Kreise hätten keine Mehrkosten, denn die für den Busverkehr trügen nach dem ÖPNV-Gesetz die Kommunen.  

Flüchtlingshilfe ist „Bürgerpflicht“

Traditionelles Dreikönigstreffen der Kreis-FDP / Leiter berichtet von Erfahrungen aus Camp Itzehoe

Heiligenstedten

FDP-Kreisvorsitzender Willi Göttsche aus Hennstedt, seit 18 Jahren an der Spitze der Steinburger Liberalen, hatte wieder einmal zum Dreikönigstreffen geladen – und zahlreiche Gäste waren seiner Aufforderung gefolgt: Parteimitglieder ebenso wie Vertreter der anderen Fraktionen, Wegbegleiter, Ehrengäste und weitere Repräsentanten aus der Region – unter ihnen Kreispräsident Peter Labendowicz (CDU), CDU-Bundestagsabgeordneter Mark Helfrich, FDP-Landtagsabgeordneter Oliver Kumbartzky, Itzehoes Bürgervorsteher Heinz Köhnke, Kreishandwerksmeister Helmut Rowedder.

Und ihnen wurde von Göttsche eine klare Botschaft zum aktuellsten aller Themen mit auf den Weg gegeben: der Flüchtlingspolitik.

Vor rund 150 Mitgliedern und Gästen bezeichnete er es als „Ehren- und Bürgerpflicht, etwas für die Menschen zu tun. Unsere Hilfe solle eine Selbstverständlichkeit sein“. Es gehöre zu Deutschland, diesen geschundenen Gästen Heimstatt, Integration und Bildung zu geben. Deshalb rief er den Kreis auf, mehr als bisher zu tun und Wohnraum zu schaffen nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für „die schwächeren Schichten unserer Bevölkerung“.

Göttsche fand klare Worte: „Unsere ausländischen Gäste müssen sich hier auch als Gäste benehmen. Wer sich daran nicht hält, muss mit aller Härte des Staates rechnen und aus unserem Land entfernt werden.“ Trotz allen Respekts vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik beklagte er „das schlechte Management“. Es begünstige „das Erstarken populistischer Parteien wie NPD, AFD und Teilen der CSU“.

Als Fachmann war Lars Bessel eingeladen worden. Er ist im Camp Itzehoe für die Johanniter als Einrichtungsleiter der Landesunterkunft tätig. Bessel rechnet damit, dass noch in diesem Monat die aufsichtsbehördliche Abnahme des Containerdorfes auf dem ehemaligen Prinovis-Gelände in Itzehoe vorgenommen wird. Im Camp Itzehoe ist die vorübergehende Unterbringung von bis zu 2000 Asylbewerbern vorgesehen.

Mit zahlreichen Einzelschicksalen unter den 1400 Flüchtlingen, die seit Ende September durch das Camp Itzehoe geschleust wurden, konfrontierte Lars Bessel die Gäste des Dreikönigstreffen. So stellte er die erst 20 Jahre alte Sara Abud vor, die vor den brutalen Kriegswirren und vor ihrem drogensüchtigen Vater geflohen war, der seine Tochter nach dem Tod ihrer Mutter hatte verkaufen wollen. Über die Türkei kam sie nach Griechenland und schließlich über die Balkanroute nach Deutschland. Im Herbst gehörte sei zu den ersten Bewohnern des Camps in Itzehoe, ehe sie jetzt bei einer Familie in Heiligenstedten Aufnahme fand. Abud dankte auf Englisch allen Menschen, die ihr geholfen hätten. „Im Camp habe ich mich zum ersten Mal sicher gefühlt.“ Sie hat inzwischen einen Deutschkursus begonnen und wird demnächst als Dolmetscherin in der Landesunterkunft arbeiten.

Seine bisherige Arbeit als Leiter des Camps sei nicht einfach, aber sinnvoll gewesen, zog Lars Bessel eine persönliche Bilanz. Abends sei er immer erschöpft, aber mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht eingeschlafen, weil er mit seinem Team vielen Menschen habe helfen können.  

Quelle: Norddeutsche Rundschau

 

 

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